Meine Erfahrungen mit diagnostischen Verfahren


Upright MRT in Flexion, Extension, Rotation und Seitneigung

Ich habe mein Funktions MRT in München machen lassen und es als relativ angenehm empfunden. Die Untersuchung findet an zwei verschiedenen Tagen statt. Am ersten Tag werden die Flexions und Extensions Bilder der Halswirbelsäule aufgenommen und am zweiten Tag die Seitneigung und Rotation zur Beurteilung der Kopfgelenke. Während der ganzen Untersuchung sitzt man zwischen zwei Magnetscheiben und der Kopf wird in maximale Stellungen gebracht und dort fixiert. Man verweilt einige Minuten in jeder Position, was mitunter sehr schmerzhaft und anstrengend ist. Die insgesamte Prozedur dauert ca. 30 Minuten an jedem Tag. Ich bekam einen sehr ausführlichen Befundbericht und man erklärte mir persönlich was auf den Bildern zu sehen ist. Insgesamt wird einem der Aufenthalt so komfortabel wie möglich gemacht.

Ein zweites Upright MRT wurde für mich in den USA in Flexion und Extension angefertigt. Der Ablauf war identisch.

Röntgen in Flexion und Extension mit Hilfe des Arztes

Bei meinem funktionellen Röntgenaufnahmen hat mir der Arzt selbst den Kopf maximal nach hinten und vorne geneigt. Was nicht nur sehr schmerzhaft war sondern auch dazu geführt hat das sich meine Symptome für lange Zeit extrem verschlechtert haben. Allerdings hätte ich ohne die Hilfe des Arztes den Kopf niemals freiwillig in diese Extrempostionen gebracht und somit durch eine Schutzspannung verhindert das etwas auf den Bildern zu sehen ist. Diese Art von Untersuchung wird nicht häufig angeboten, denn das der Arzt sich mit  in die Strahlung begibt ist nicht selbstverständlich. Für mich waren diese Bilder sehr aussagekräftig.

CT in Flexion und Rotation

Mein CT in Flexion und Rotation wurde in den US angefertigt. Die Untersuchung ist sehr schnell und wenig problematisch. Man liegt flach auf einer Liege und der Kopf wird in maximale Rotation nach rechts und links gebracht. In jeder Position muss man einige Sekunden verharren bis die CT Bilder angefertigt wurden. Danach wird der Kopf maximal nach vorne geneigt und mit einem Kissen abgestützt. Die komplette Untersuchung dauerte maximal 5 Minuten.

Otoneurologie

Meine otoneurologische Untersuchung zog sich über 2 Tage hin. Es wurden alle Bereiche zwischen den Augen und dem Gehirn, und den Ohren und dem Gehirn getestet. Die Tests waren in der Regel relativ gut zu ertragen. Es wurden diverse Hörtests, Sehtests und neurologische Untersuchungen und ein brain mapping gemacht. Was nicht sehr angenehm war war das Sitzen auf einem Stuhl der sich ruckartig in beide Richtungen bewegt hat und dann wieder ruckartig stoppte. Es kamen recht aussagekräftige Befunde heraus die jedoch wie die meisten anderen Befund ignoriert wurden.

 

Neurovegetative Diagnostik

Im Zuge der Dysautonomie Diagnostik wurde ich in einer neurologischen Ambulanz für neurovegetative Testung vorstellig. Ein voller Tag mit Untersuchungen rund um das autonome Nervensystem war geplant. Die Untersuchungen waren anstrengend aber nicht schmerzhaft.

Zuerst wurde ein Kipptisch Test durchgeführt. Mit Hilfe des Kipptisches kann man verschiedene Formen der Dysautonomie unterscheiden. Während des Kipptisches wurde im Liegen und im Stehen Blut abgenommen. In meinem Fall wurde der Kipptisch ca. 30 Minuten in liegender Position gehalten und danach wurde ich für ca. 1 h aufgestellt. Während der kompletten Zeit wurde mein Blutdruck und mein Puls gemessen.

Es fanden auch noch andere Tests im Liegen statt wie z. B. der Schirmer Test, bei dem ein kleines Stück Saugpapier unter das untere Augenlid geklemmt wird. Dort wird beurteilt genug Tränenflüssigkeit sekretiert wird.

Einige Atemtests wurden durchgeführt bei denen ich rhythmisch Atmen musste bzw. in ein Röhrchen mit Widerstand pusten musste. All diese Tests dienen der Beurteilung der Dysautonomie.

Danach fanden neurophysiologische Tests statt die die Nervenleitung und die Schweisssekretion der Extremitäten beurteilen.

Zum Abschluss des Tages wurden typische neurologische Testungen wie Nadelstichempfindlichkeit und Heiss- und Kalttestungen durchgeführt.

Insgesamt hatte ich in dieser Neurologie meine erste positive Erfahrung mit Neurologen.

 

Schlaflabor

Für meine Untersuchung im Schlaflabor hatte ich mir ein ambulantes Schlaflabor ausgesucht da ich insgesamt eher schlecht in Krankenhäusern schlafen kann.

Ich wurde dort 3 Nächte lang untersucht. Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei und eigentlich kaum weiter störend. Elektroden werden am Kopf, im Gesicht und an den Beinen angebracht, man bekommt einen Schlauch in die Nase, ein Pulsoximeter an den Finger und einen Gurt mit dem Gerät um die Brust. Daraufhin darf man schlafen. Morgens wird dann alles wieder entkabelt oder es finden noch Untersuchungen zur Tagesschläfrigkeit statt.

Insgesamt war mein Aufenthalt im Schlaflabor sehr angenehm.

 

Genetischer Test auf Medikamentenmetabolismus

Der genetische Tests auf Medikamentenmetabolismus bei mir wurde in den USA durchgeführt. Hierfür muss man lediglich einen Mundabstrich einschicken und einige Wochen später bekommt man die Analyse. Mittlerweile sind solche Testungen auch in Deutschland auf Überweisung möglich.

 

Diffusions Tensor Bildgebung

DTI Untersuchungen finden momentan fast ausschliesslich im wissenschaftlichen Rahmen statt, weshalb ich deutschlandweit sehr viele Forschungsgruppen angeschrieben habe, um um ein DTI des Hirnstamms und des Rückenmarks der Halswirbelsäule zu bitten. Nach einigen Tagen voll Emails und Telefonanrufen bot mir eine Forschungsgruppe an diese Untersuchung durchzuführen. Natürlich unter Vorbehalt, da Aufnahmen des Rückenmarks noch sehr experimentell sind.

Aufnahmen des Gehirns hingegen sind schon deutlich mehr standardisiert. Einige Wochen später erfolgte dann die eigentliche Untersuchung. Diese fand in einem 3 T MRT statt. Der einzige Unterschied den ich im Verhältnis zu einem normalen statischen MRT feststellte, war die Untersuchungsdauer die sich auf ca. 3 h belief. Wie auch beim normalen MRT ist die Untersuchung vollkommen schmerzfrei und ohne Strahlenbelastung, weshalb ich auch nicht gezögert habe diese unglaubliche Chance anzunehmen.

Betreut wurde ich von zwei Physikern die sehr besorgt um mich waren und nach jeder aufgenommen Sequenz gefragt haben ob alles in Ordnung sei. Ich selbst konnte dann nach 3 h gehen, für die Wissenschaftler hingegen ging der Spaß jetzt erst los. DTI Bilder entstehen praktisch erst durch eine komplexe Nachbearbeitung.

2 Monate später hatte ich dann das Ergebnis: Eine Veränderung im Hirnstamm, welche auf normalen MRT Bildern nicht sichtbar war. Für mich hat sich diese Untersuchung gelohnt. Nicht nur weil ich an sich gern Teil von Forschung und Entwicklung bin, sondern auch, weil ich wieder ein Puzzlestück mehr gefunden habe das meinen Zustand erklärt.

Mehr Informationen zu DTI: 

http://www.instabile-halswirbelsaeule.de/dti-diffusions-tensor-bildgebung/