EDS und Operationen


Ehlers-Danlos-Syndrom Patienten stellen die verschiedensten Fachrichtungen vor große Herausforderungen bezüglich des operativen und post-operativen Vorgehens.

Prinzipiell kann man sagen, dass EDS-Betroffene nur in entsprechenden Zentren, mit ausreichend Erfahrung mit der Operation und Nachbetreuung des EDSs, operiert werden sollen. Des Weiteren sollte das komplette prä-, peri- und postoperative Team sich mit der Komplexität dieser Erkrankung auskennen.

Im Folgenden will ich kurz auf die Komplikationen eingehen, die während der Operation auftreten können.

Anästhesie:

Viele EDS-Betroffenen berichten über verzögerte, gar keine oder sogar massiv verstärkte Wirkung von Lokalanästhesie (letzteres häufig bei Vorliegen eines MCAS). Dies sollte bei der Wahl des Verfahrens beachtet werden.

Bei periduraler Anästhesie kann es zu spontanen Liquor Leaks kommen.

Vorsicht mit Muskelrelaxantien bei Patienten mit Muskelschwäche.

Vermeidung invasiven Monitorings (wie. z. B. ein ZVK) vor allem bei Patienten mit erhöhtem Risiko einer Gefäßruptur.

Stauschläuche vorsichtig einsetzen wegen Hämatomen.

Lagerung:

Vermeidung von Scherkräften.

Gelenke gut gepolstert Lagern um Luxationen zu vermeiden.

(Plexusneuropathien, Augenschädigung, Hämatome, Hautschäden können durch falsche Lagerung auftreten).

Beatmung:

Temperomandibuläre Luxationen vermeiden.

Atemwege nicht mit Tubus verletzen (evtl. kleineren Tubus verwenden).
Risiko eines Pneumothorax! Druck niedrig halten.

Besondere Vorsicht ist geboten bei Patienten mit Chiari/HWS Instabilitäten, Dysautonomie und MCAS.

Wundheilung und Nähte:

Wundheilung ist teilweise schlecht; Nähte sollten länger als normal im Patient verweilen.

Blutungen:

Viele EDS-Patienten leiden an einer Gefäßfragilität bzw. an verstärkter Blutung. Es kann prophylaktisch Gerinnungshelfer gegeben werden, wenn dies nötig ist. Das höchste Risiko für Blutungen haben Patienten mit vaskulärem EDS.

Gerinnungstests!

Haut:

Pflasterallergie?
Rissigkeit der Haut?

Zusätzliche Risikofaktoren die durch Komorbiditäten des EDS entstehen, können Operationen noch weiter erschweren und müssen natürlich mit beachtet werden. Wie z. B. Mitralklappeninsuffizienz, Muskelschwäche, oder MCAS und POTS.

Postoperative Überwachung:

Hämatome? Muskelschwäche?
Bei der Mobilisierung sollte der EDS-Aspekt besonders beachtet werden.
Einerseits ist es wichtig frühzeitig mit der Rekonditionierung zu beginnen, da EDS Patienten sehr schnell Muskulatur abbauen. Auf der anderen Seite müssen Subluxationen vermieden werden.

Handlungsempfehlungen zur Anästhesie bei Patienten mit Ehlers-Danlos-Syndrom (EDS)
Wiesmann, Malfait, Castori

http://www.orphananesthesia.eu/de/erkrankungen/zu-erledigen/doc_download/166-ehlers-danlos-syndrom.html

Keine Fluorochinolonantibiotika!